Tip von einem netten Patienten, Herrn Holcapek – bekannt unter “Willi”:

Da gibt’s eine nette Bäckerei, im 20 . Bezierk in Wien, die haben eine neue Backmischung, die sie selbst noch mit Körndeln verfeinern. Heraus kommt ein Brot mit sehr viel Eiweiß und ganz  wenig Kohlenhydraten.,
das “Pro Body Brot”.
Willi  sagt, es schmeckt zwar körndelig, aber eindeutig nach Brot - und man hat was im Mund zum Beißen.

Hier die Werte:
100 Gramm enthalten 285 kcal, 21,4 g Eiweiß, 16,8 g Fett, davon 2,2g ungesättigte, 11,8 g Ballaststoffe (!!) , und:
6,1 g Kohlenhydrate ( davon 2,4 g Zucker) -> 100 Gramm = 1/2 BE

zu bekommen bei Semmel-Kaiser, Dresdner Straße 48 – 54, Montag-Freitag 6 – 18 UHr, Sonntag 7 – 11 UHr.

Wäre gut vorher anrufen: Tel.: 0650 8317 621, denn sonst fährt man vielleicht da raus und es gibts keins mehr. Kosten: ca €2,90/500 Gramm.

Ich empfehle diese Brot nicht generell für Diabetiker, ich denke, man kommt mit den “normalen” Brotsorten meist ganz gut zurecht – aber für den großen Brot-Hunger oder wenn man grad wenig BE zu sich nehmen möchte, ist es vieleicht eine Alternative.  Es dürfte dieses Brot recht bald auch in anderen Geschäften geben, mich hat beeindruckt, dass “Willi” erzählt hat, wie nett und engagiert diese Bäckersfamilie ist. Vielelicht probier ich es selbst einmal aus – ich berichte dann hier!

Kommt ein Buch zu Besuch…

November 7, 2011

ja wirklich – heute ist ein Buch zu mir gekommen!

Pünktlichst um 3 Uhr, zu Beginn meiner Ordinationszeit, läutet’s an der Türe,  herein kommt das Buch – gebracht von einem Mitarbeiter von “Jugend am Werk”. Er bringt ein rotes Papier-Sackerl und da drin ein wunderschön in Geschenkpapier verpacktes Buch  mit Band und Masche und dekoriert mit einem Lesezeichen.  Sehr, sehr nett das Ganze!

Das Buch – es ist der neue Walser, “Muttersohn”- hatte ich Ende letzter Woche auf www.buchbesuch.at bestellt. Als Geschenk für mich selbst!

Da kann man sich entweder eins der dort angebotenen Bücher aussuchen oder man schreibt ein Mail und bestellt etwas, was nicht auf der Homepage zu finden ist. Die Leute von “Buchbesuch” besorgen das Buch, es wird hübsch verpackt und dann fährt doch tatsächlich ein Mitarbeiter von “Jugend am Werk” quer durch Wien und liefert das Buch – man kann es auf diese Art jemandem schicken, einen Gruß dazulegen lassen. Oder man kann es sich eben selbst schicken!

Das Allerbeste: sie halten sich an meine Ordinations-Zeiten! Ich muss nicht mehr zur Post hetzen, wenn wieder einmal keiner da war, als die Sendung kam… wunderbar!

Ist ja besser als… ähm, der große Versender, bei dem ich schon so viel bestellt hab… die Zustellgebühr bezahle ich gerne für dieses einmalige Service und ich finde es gut, dass damit Behinderte was  Sinnvolles machen. Der Buch-Bringer hat sich interessiert die Ordination angeschaut und wollte tatsächlich eins der Blutzucker-Testgeräte gleich selbst ausprobieren – aber gestochen hab ich ihn dann doch nicht!

Glucophage zum Trinken…

November 6, 2011

Glucophage = Metformin

Tabletten, die Metformin enthalten sind groß – ziemlich groß. So groß, dass manche sie gar nicht gerne nehmen!

Aber Metformin ist ein gutes, altbewährtes Medikament.  Es sollte in jeder Therapie eines Typ 2 Diabetikers enthalten sein, auch noch wenn man Insulin spritzt.

Das Metformin der Firma Merck heisst Glucopahge und die 500mg Dosierung gibt es jetzt  zum Trinken – da sind in der Packung kleine Säckchen, man gibt das Pulver aus so einem Sackerl in ein Glas, gut 1/8 l Wasser drauf und fertig ist ein halbwegs gut und auch ein bisschen süß schmeckendes Getränk.

Vielleicht eine Alternative für alle, die die großen Tabletten schon nicht  mehr sehen mögen?

Coco ist eine neue Disney-Figur – und er  - nein, es ist eine “Sie” – ist Diabetikerin! Sie ist eine Freundin von Gooofy, Micky und Minnie.

In USA gibt es schon bald ein neues Buch, in dem Coco mitspielt.  Für viele amerikanische Familien mit Diabetes-Kids ist es eine kleine Sensation: Coco trägt ein Diabetiker-Armband, wie viele diabetische Kinder in Amerika…  sie hat einen kleinen Rucksack um, in dem bestimmt ihr Messgerät und der Pen sind. – wie viele diabetische Kinder überall auf der Welt.

Im ersten Buch mit Coco gehts gleich um eine Geburtstags-Party: Goofy hat vorsorglich  eine Schubkarre mitgenommen, weil er damit rechnet, dass es Coco schlecht ergeht, wenn  sie da mittut und  Kuchen isst. Aber Coco hat da jede Menge Spass, und der einzige, dem es nachher schlecht geht, ist Goofy selbst – ER wird in der Schubkarre heimgebracht!

Super. Das ist genau die richtige Botschaft: Diabetes-Kinder könen natürlich ein Stück Kuchen essen, an Geburtstagsfeiern teilnehmen und überall mtspielen – wenn sie bzw. ihre Mütter wissen, wie man da mit Insulin reagiert. Das wisssen auch bei uns  viele Leute noch nicht, nd ich hoffe, Coco kommt auch ins “lustige Taschenbuch” bei uns!

Seit einiger Zeit sind zwei 2 “Inkretin-Mimetika auf dem Markt,  Byetta und Victoza. Das sind Medikamente, die menschlichen Darm-Hormonen “nachempfunden” sind, Hormonen, die einige feine Eigenschaften haben – und von denen Typ 2 Diabetiker auch oft zu wenig haben: diese Hormone bewirken, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produziert – aber NUR wenn der Blutzucker ansteigt! Und sie bremsen die Magenentleerung, vermindern ein wenig den Appetit  - man fühlt sich schneller satt. Mit diesen beiden Medikamenten ist es schon einigen Diabetikern aus meiner Praxis gelungen, endlich einige Kilos abzunehmen. Nebenwirkungen gbit es matürlich auch - meist Übelkeit, Durchfall, Erbrechen – fast immer leicht bis mäßig schwer.

Beide muss man spritzen – Byetta zweimal täglich, Victoza  einmal täglich.  Beide Firmen haben angekündigt, dass man Nachfolge-Präparate nur mehr einmal pro Woche spritzen muss – und DAS wär schon eine feine Sache!

Nun hat die europäische Gesundheitsbehörde European Medicines Agency (EMA) die Zulasung erteilt für:

Exenatide 1 x wöchentlich (Bydureon®)

Da ist der Wirkstoff in “Microspheres” verkapselt, die sich zusammenklumpen nach dem Spritzen. Die bilden dann ein 3 – 4mm “Kügelchen” unter der Haut, laut Firma so in etwa wie ein schmerzloser Mückenstich. Das hat sich dann spätestens nach 6 Wochen aufgelöst……hmmmm……

Es soll in Deutschland im Septepmber auf den Markt kommen, für Österreich weiß ich noch kein Datum.

 Ich kenne auch den Preis noch nicht, derzeit kosten Byetta und Victoza ca €170.- für ein Monat. Selten gibt es dafür auch schon eine Chefarzt-Bewilligung. Ich denke, das Neue wird ungefähr ebenso teuer sein, und sehr wahrscheinlich zumindest anfangs nicht auf Krankenkassenkosten zu haben.

Es gibt eine Studie, die zeigt, dass das Bydureon nicht so wirksam den Blutzucker senkt wie das Victoza – und auch davon kommt – hoffentlich bald! – als Nachfolger die ” einmal pro Woche-Spritze”.

Und das Ergebnis dieser Ferienwoche?

2 Patientinnen habne die Woche genutzt zu versuchen, Insulin abzusetzen und ihren Diabetes mit Tabletten zu behandeln – am Ende der Woche schauts für die eine so gut aus, dass ich fast sicher bin, dass sie auch weiterhin mit (wenigen) Tabletten auskommt, bei der anderen müssen wir noch abwarten, wie sich die Werte zuhause weiterentwickeln.

Eine Diabetikerin spritzt nun bedarfsgerecht Insulin, nach der FIT-Methode. Davor hatte sie bloß eine Tabelle, wieviel Insulin sie zu den Hauptmahlzeiten nehmen sollte, wobei nur auf den BLutzucker vor der Mahlzeit reagiert werden konnte – manchmal mehr oder weniger essen, oder nur 2 Mahlzeiten oder häufigere Mahlzeiten – das war alles nicht möglich. Nun kann sie das Insulin an die Essensmenge und den aktuellen Blutzucker anpassen, jetzt kann sie essen wann und wie oft sie will.

Viele andere hatten schon davor eine ganz gute oder auch eine sehr gute Zucker-Einstellung und haben Erfahrungen gesammelt, bie Vorträgen Neues erfahren…

 

 

 

Alle waren ganz überrascht davon, WIE gut Bio-Vollwert-Kost schmecken kann.  ”Körndl-Futter wollte ich nie, aber DAS ist was anderes, das ist supergut…” “ich hätt nie gedacht, dass das so gut schmecken kann…” ” ich bin schon immer neugierig auf das Mittag- und Abendessen”…

Wir haben nette Ausflüge gemacht, die Sportlicheren lange Wanderungen, das Freibad, das Hallenbad, der Whirlpool, die Morgen-, die Wassergymnastik, der Fitnessraum – Gelegenheit für Bewegung für jedes Fitness-Level.

Und Entspannung in dieser wunderschönen Landschaft, einfach den Wolken zusehen vom Balkon aus, beim Spazierengehen, beim Heurigen …

Angelika ist Typ 1 Diabetikerin, und sie hat mit ihrem Mann in den letzten Montaen eine tramhafte Weltreise gemacht.

Dabei wars am Anfang nicht leicht, alles zu organisieren – für 9 Monate mussten das Insulinpumpen-Material, Teststreifen, Insulin für die ganze Reise… in den Rucksack.

Sie haben ein Reiseblog geschrieben, mit wunderbaren Fotos!

gestern ein Anruf: “ja also, ich hab Diabetes, Typ 1, seit kurzem. Und es funktioniert nichts. Ich hab jetzt gerade wieder nur 55 Blutzucker. Dauernd Hypos, wenn ich so soritze wie mir im Spital gesagt wurde….mach ich eh nicht mehr” also ein Typ 1 Patient in der “Remission”, in der Phase, wo er vorübergehend immer weniger Insulin braucht…

Na und heute kam der Typ. Von weit her, war eine  ”Weltreise” mit Öffis quer durch Wien. Er hatte die Ecard mit, klar war er schon bei seinem praktischen Arzt, also können wir nichts verrechnen, na gut. Aber:  der hat nicht nur Diabetes, er ist in einem Methadon-Substitutionsprogramm, lebt von der Grundsicherung, hat schwere Jahre hinter sich, war “im Knast”, ist grad dabei, sich ein neues Leben aufzubauen und will demnächst den Staplerschein machen.  Da kommt  vor ein paar Monaten der Diabetes dazwischen, so richtig heftig mit 20 kg Gewichtsabnahme, Müdigkeit, fast Coma…

Pfhhh. Nicht einfach das alles.  Und ich bin noch immer beeindruckt:

Ich hab selten so gut geführte Protokolle gesehen –  da steht einfach alles drin. OHNE  Diabetes-Schulung! Nur nach ein paar Gespräch mit einer Diabetesberaterin im Spital. Er hat sich das Buch von Kinga Howorka über die Fit-Therapie  gekauft, “Insulinabhängig” – und ich glaub, er kanns auswendig  und was noch viel beeindruckender ist: er kann das Gelesene wirklich auf sich anwenden und umsetzen! Wir haben nur über die “sekundären Anpassugnsregeln” sprechen brauchen, jetzt kann er seine “Rechenreglen” auch an den rasant sich ändernden Insulinbedarf selbst anpassen – derzeit braucht er fast von Tag zu Tag weniger Insulin, und eigentlich hat er auch das gut gemeistert, nur das Verhältnis Basal/Bolus war etwas aus der Balance gekommen, das haben wir richtig gestellt und uns über die Anpassugs-Prinzipien unterhalten.

Im Gespräch blitzschnell, logisch, kritisch, sofort nachfragend, … toll.

Respekt, und: alles Gute weiterhin!

Alle Teilnehmer haben vorab einen Brief von mir bekommen, damit sie wusssten, was da so auf sie zukommt. Mit einem Fragebogen zu Diabetes-Dauer, Behandlung usw.. da gab’s die Frage:

“Fällt es Ihnen eher schwer oder eher leichter, Ihre Diät einzuhalten?”

Neben vielen “nein, ist schon ganz ok so…” kamen da auch:

- ” an manchen Tagen sehr schwer, im Sommer etwas leichter!”

- “sehr schwer, wegen Heisshunger”

- “ich lebe eher kohlenhydratarm und ziemlich zuckerfrei -
der Diabetes stört mich, ich habe Angst… “

- “da fragen Sie noch?!?”

Nicht umsetzbare / nicht umgesetzte Diät-”Vorschriften” sind meist sinnlos, die machen nur schlechtes Gewissen, dann schreibt man zB BEs nicht ins Protokoll, und dann auch nicht mehr die nach “verbotenem” Essen entstandenen BZ-Werte….

Stimmt schon: der Stoffwechsel von Diabetikern hat nun einmal einen Defekt bei der Verarbeitung von Kohlenhydraten, und in irgend einer Weise muss man darauf Rücksicht nehmen

- sei es durch eine halbwegs gleichmäßige Verteilung der Nährstoffe über den Tag,  oder durch Reduktion der Kohenhydrate,

- oder durch eine Diät, die primär auf Gewichtsabnahme abzielt, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten,

- oder durch genaue Kenntnis und Berechnung von Broteinheiten (BE), für alle, die ihren Diabetes mit Insulin-Injektionen zu jedem Essen behandeln und damit die Funktion ihrer Drüse so gut wie möglich selbst übernehmen und sich bedarfsgerecht Insulin zuführen…

- oder…. (da gibt’s noch viele Möglichkeiten!)

Ich werde so oft gefragt:  ”Was ist denn nun die RICHTIGE Diabetes-Diät?” Die Antwort kann nur immer sein:  “DIE richtige Diät gibt’s nicht, es gibt nur ein paar Prinzipien und vor allem: das FÜR SIE richtige Essen!” – nur das ist auf Dauer und ohne  schlechtes Gewissen machbar.

Und wenn jemand es gar nicht schafft, sein Gewicht zu reduzieren, dann braucht er trotzdem eine gute Diabetes-Einstellung! MIT seinem Gewicht. Und nicht immer nur Ermahnungen, Aussschimpfen, Drohungen…vielleicht ist’s nicht ideal, aber man kann auch MIT Nicht-Idealgewicht gut eingestellt sein!

Morgen ist es so weit, ich fahre nach Hartberg ins Bio-Hotel  und treffe dort 30 Leute, die da eine Woche lang miteinander verbringen. Zum Urlaub-Machen, schwimmen, wandern, gut essen,  … und um endlich einmal Zeit zu haben, sich wieder so richtig um ihren Diabetes zu kümmern.

Das ist ein alter Traum von mir. Ich denk mir, es ist eine gute Idee, sich während einer netten Urlaubswoche (wieder neu) um seine Diabetes-Einstellung  zu bemühen – einfach sich wieder einamal ein bisschen besser an die Regeln  halten,  vielleicht was Neues ausprobieren,  neue Motivation und Schwung  kriegen für das Leben mit dem Diabetes.

 Ich wollte schon jahrelang  so was anbieten, jetzt ist es soweit! Weil Herr Bitiste  von der ADA es übernommen hat, das Ganze zu organisieren. Ich  bin ihm von Herzen dankbar, das ist richtig viel Arbeit.

Morgen lerne ich alle Leute kennen, jeder der mag, kommt zu mir zu einem Anfangsgespräch. Wir haben vorab Begrüßungsschreiben, Fragebogen und BZ-Protokolle verschickt. Damit unsere Teilnehmer vielleicht selbst schon merken, was sie ändern/fragen wollen und damit ich dann schnell einen Überblick bekomme.  Ich bin schon sehr gespannt.

Am Abend werde ich nach dem Abendessen den “Einführungsvortrag”  halten.

Da habe ich schon so oft vor Pateintengruppen geredet, aber diesmal fällt es mir schwer etwas zusammen zu stellen – weil es was Neues ist, eben etwas, was mir schon lang vorschwebt? Ich kenne die Leute überhaupt nicht, wie soll ichs anlegen? Interessant, lustig, motivierend soll es sein…. ojeojeoje, derzeit ändere ich dauern am Vortrag herum….aber von Bob mit seinen 85 Jarhen Dabetes erzähle ich ganz bestimmt!

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