Diätberatung

belegtes Weckerl mit SchublehreBekomme ich ein Mail:„Ich bin Diätologin im Kurzentrum…
Meine Kollegin und ich betreuen hier hauptsächlich Stoffwechselpatienten, auch viele Diabetiker. Es treten doch immer wieder Fragen und Unklarheiten auf (vor allem praxisbezogen),….“

Sie würden gern in die Ordination kommen, schauen, wie es im Alltag so zugeht. Ich freu mich über die Anfrage!
Das bringt mich dazu, mir ein paar Gedanken zur Diätberatung zu machen. Ich rede hier nur über das Problem „Broteinheiten-Schulung für Diabetiker“.
Erstens gibt’s viel zu wenig Möglichkeiten für unsere Patienten, auf Krankenkassen-Kosten zu einer Diätberatung zu kommen. Diätologinnen (so heißen Diätberater heute) arbeiten in Ambulanzen, in Spitälern und in Kurzentren – in der Hausarzt-Praxis gibt es keine Möglichkeit, auf Kosten der Krankenkasse Diätberatung anzubieten. Nun gibt’s in Wien 2 Pilot-Projekte „Primärversorgungszentrum“, in denen Krankenpfleger und Hausärzte miteinadner arbeiten; von Diabetes-Beraterinnen oder gar Diätologinnen ist nicht die Rede…. Schade!

Die wenigen Diätologinnen in Amulanzen, zu denen wir Hausärzte Patienten schicken können, sind heillos ausgebucht. So kommt es, dass Diätberatung „so nebenher“ in der Hausarzt-Praxis laufen muss. In „kleinen Häppchen“, immer wieder ein bisschen über gesundes Essen reden, bei mehreren Kontakten, mehr ist da nicht drin… Beginn Insulin-Therapie? Broteinheiten(BE)? BE in Fertig-Produkten? … Schulung vor Beginn einer Insulin-Therapie?… pfhhhh… gibt es nicht… das bringen sich manche Patienten anhand von Tabellen selbst bei. Ich bitte dann immer, Aufzeichnungnen von ein paar Tagen mitzubringen, die BE dazu zu schreiben, so gut es halt geht und wir gehen das dann gemeinsam durch.. da sind oft Sachen dabei, bei denen ich auch passen msus: Topinambur? Papaya? Ich zeige dann, wie man im Internet schnell an gut korrekte Informationen kommt. Wo man etwas findet – das ist heute wichtiger als lange Listen asuwendig zu lernen!
Zweitens: immer wieder kommen Patienten arg verunsichert von der Diätberatung zurück: „Sie haben doch gesagt, ich lerne dort was wie viele BE hat!?!“ – Ja, hab ich gesagt, und so stand es auch auf der Zuweisung. „Aber die Beraterin hat immer nur vom Abnehemen geredet und dass ich weniger Fett essen soll – das weiß ich doch alles, ich wollte nur was über BE erfahren“. Das ist auch meine Erfahrung. Oft beraten Diätologinnen – mit bester Absicht – zu viel mehr Themen als zu dem, worum wir gebeten haben. Viel zu oft wird Information vermischt mit Apellen an „gesundes“ Essen. Viel zu oft werden viel zu viele Inhalte in die kurze Beratungs-Zeit gepackt.
Drittens ist es gerade bei privat arbeitenden Diätologinnen für die Patienten sehr schwer, zwischen seriöser fachkundiger Beratung und einseitigem Werben für zB Nahrungs-Ergänzungs-Mittel oder „Schlank-Shakes“ zu unterscheiden.

Diätberatung – für mich ein schwierigs Thema. ich wünsche mir, dass ich Patienten an Diätologinnen verweisen könnte, wo sie ruhig, mit genug Zeit, fachlich korrekt beraten werden. Zumindest auf Krankenkassen-Kgeht das nicht. Also bleibt<#s bei kurzen Informationen beim Arztgespräch – und beim Hinweis auf gute Seiten zum Thema im Internet.

Über Susanne Pusarnig

Ich bin Ärztin für Allgemeinmedizin, also Hausärztin, im Süden von Wien. Mein Schwerpunkt ist Diabetes mellitus, ich begleite und berate Diabetiker nun schon jahrelang, und es istimmer wieder neu und spannend. Wofür ich mich sonst noch so interessiere, darüber möchte ich im Blog erzählen.
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